Erna hat es - wie man es mancherorts hören kann - schietenhild.
Am Ostermontag zum Osterfrühstück waren ihre Freundinnen,Alma, Olga und Frieda, zumindest in ihren Erzählungen, schon lange mit dem Bepflanzen ihrer Kübel im Garten und auf dem Balkon fertig.
Erna fühlte sich bei dem Gedanken, dieses Jahr hintanstehen zu müssen, gar nicht gut. Sie wurde teilweise, während ihr Besuch ihren Aufschnitt lobte, ganz muksch. Und weil Erna am nächsten Tag von ihrem Frankfurter Kranz, den Alma immer so gerne mag, wieder einmal ihre alljährliche Galle hatte und den ganzen Tag liegen musste, hatte Erna viele Stunden Zeit zum Nachdenken. In Gedanken tauschte sie die alte Erde aus und mengte die neue mit Dünger, füllte die Kübel wieder auf und pflanzte die schönsten Geranien in die Erde hinein.
So hat man Erna gleich heute morgen schon losrasen sehen können. Und wenn man ihr gefolgt wäre, hätte gesehen, wie Erna die ganzen Supermärkte und Baumärkte abgeklappert hat. Ab und zu stellte Erna Töpfe zusammen und man hätte meinen können, gleich schlägt Erna zu und sie hat ihre Blumen, aber dann stellte sie alles wieder ordentlich zurück. Und so war es mit Erna überall. Blumentöpfe auswählen, zusammenstellen, drum herumgehen, zu sich selbst reden, mit dem Kopf schütteln, und dann wieder alles zurück damit.
Erna kaufte gar keine Blumen.
Es kommt doch gar nicht darauf an, dass ich jetzt schon Blumen im Garten hab, meint Erna zu sich, als sie mit ihrem Fahrrad nach Hause geht.
Wieso geht? Ja, Erna hat sich bei der Jachterei von einem Markt zum anderen irgendwo einen Platten geholt.
Dieses Jahr will Erna mit dem Bepflanzen die letzte sein.
http://holzkatzeundgoldkatze.blogspot.com/2011/04/14-goldkatze.html
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